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Hintergrund

Die Situation vor Ort in Südafrika

2004, zehn Jahre nach den ersten freien Wahlen wartet die Mehrheit der 43 Millionen Südafrikaner noch immer auf soziale Gerechtigkeit. 84 Jahre lang beherrschte die weiße Minderheit den südafrikanischen Staat.
Die erste Regierung nach der Apartheid, angeführt von Präsident Nelson Mandela, setzte eine neue, demokratische Verfassung in Kraft. Seit 1995 untersuchte eine „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ in mehr als 20.000 öffentlichen Anhörungen die Menschenrechtsverletzungen unter dem Apartheidsregime.

Seit 1994 ist das Wirtschaftsaufkommen zwar kontinuierlich gestiegen, nach wie vor profitieren jedoch nur wenige davon. Weiße Südafrikaner verdienen im Durchschnitt doppelt so viel wie schwarze; das Einkommen schwarzer Haushalte ist durch steigende Arbeitslosigkeit seit 1994 um 19 % gesunken. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Zudem wird besonders die schwarze Bevölkerung von der Immunschwächekrankheit AIDS bedroht. Mit rund fünf Millionen HIV-Infizierten gehört Südafrika zu den am stärksten von AIDS betroffenen Ländern der Welt. Wissenschaftler prognostizieren, dass ohne eine effektive Behandlung bis zum Jahr 2010 etwa 16 % der südafrikanischen Bevölkerung an AIDS sterben werden.

(vgl. dazu GEO 03/2004)